Vertrauensfordernde Maßnahmen

Die Börsenturbulenzen haben die nächste Stufe erreicht. Zunächst sorgte die Finanzkrise für globale Kurseinbrüche. Die Furcht, dass noch mehr Banken umfallen könnten, ist dabei halbwegs gebändigt, weil die Hilfsprogramme der Regierungen in Europa und den USA die erwartete Stabilisierungsfunktion erfüllen.
Vielmehr werden die Märkte nun von Ängsten heimgesucht, dass die Rezession viel dramatischer als gedacht ausfallen könnte. Ablesbar ist das sehr gut an den Achterbahnkursen, die an den Börsen weltweit zu beobachten sind. Noch besser kann man dies an den Anleihemärkten ablesen. Die Kurse vieler Papiere sind auf Niveaus gefallen, die man vor einiger Zeit nicht für möglich gehalten hatte. Theoretisch bedeuten die aktuellen Preise, dass am Markt mit der Insolvenz jedes vierten Emittenten gerechnet wird. Dass hier trotz der schlechten konjunkturellen Lage überreagiert wird, ist klar.
Nun ist es an den Unternehmen, die Märkte durch vertrauensbildende Maßnahmen von den eigenen Stärken zu überzeugen. Denn in Zeiten, in denen die Kreditvergabe der Banken fast zum Erliegen gekommen ist, brauchen die Firmen die Anleihemärkte  zur Refinanzierung wie die sprichwörtliche Luft zum Atmen. Die Firmen werden alles daran setzen, Investoren nicht zu enttäuschen. Sie werden versuchen, Prognosen genau zu treffen und ihre ausstehenden Anleihen in jedem Fall zu bedienen. Wenn das gelingt, dürften auch die Anleihekurse dieser Firmen wieder steigen.

Ulrich Hocker