China und Deutschland gemeinsam für mehr Anlegerbildung
![]() Erstes Treffen in Peking: Beginn eines intensiven Erfahrungsaustausches |
China und Deutschland: Gemeinsam stark für Anleger
Die Krise als Chance verstehen! Unzählige Managementseminare werden mit diesem Satz eröffnet und immer wieder betont, in China würden für Krise und Chance gleiche Schriftzeichen verwendet. Was das Schriftzeichen betrifft, ist dies nicht korrekt. Die Kernaussage passt jedoch auf China wie ein perfekt geschneiderter Maßanzug. Daher wundert es nicht, dass die Volksrepublik gerade in der Krise mit ihrem ungebremsten Wachstum den Rest der Welt vor Schlimmeren bewahrt. Als Mitglied der G-20 wird China zukünftig sogar noch mehr die internationalen Rahmenbedingungen vorgeben. Allein eigennützig wird China dabei allerdings nicht agieren können. Schon lange bestehen gegenseitige Abhängigkeiten.
Doch wie steht es eigentlich um den chinesischen Kapitalmarkt? Nach einer beeindruckenden Performance der Aktienmärkte, sieht mancher Analyst bereits Anzeichen für das Platzen einer großen Blase.
150 Millionen chinesische Privatanleger
Dies gilt es jedoch dringend zu verhindern. Ein großer Teil des aktuellen Aufschwungs wird von beeindruckenden 150 Millionen chinesischen Privatanlegern getragen. Diese verfügen meist über mittlere Einkommen, was in China bei rund 3000 Yuan, etwa 300 Euro, liegt.
Diese „Kleinanleger“ sind erst in den letzten Jahren an den Aktienmarkt gedrängt und kennen nahezu keine Rückschläge. Der Untergang des Neuen Marktes oder der das Platzen der Biotec-Blase hat in China nicht stattgefunden. Es mangelt an (schmerzhaften) Erfahrungen, die deutschen Privatanlegern tief in den Knochen stecken.
Von schmerzlichen Erfahrungen bisher verschont geblieben
Erfahrungen, die die chinesische Regierung ihren Anlegern ersparen will und muss. So liegt die Sparquote in China im Gegensatz zu Europa sehr hoch. Allein rund 40 Prozent des Ersparten wiederum fließt in den Aktienmarkt. Nicht auszudenken, welche Katastrophe ein Crash für die Chinesen bedeuten würde.
Daher hat die chinesische Börsenaufsicht CSRC eine Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und dem Bundesfinanzministerium vereinbart. Unter der Leitung der bundeseigenen Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) wird ein enger Austausch zum Thema Investorenschutz und Investorenschulung praktiziert.
Kick-off-Workshop in Beijing: Der Beginn einer langfristigen Zusammenarbeit
Seinen Auftakt fand dieser nachhaltige Austausch Ende Juli in Peking mit einem Workshop zum Thema Investor Education.
Neben der BaFin, dem DAI, der Börse Düsseldorf, der Helaba war auch die DSW mit von der Partie. Marc Tüngler, Geschäftsführer der DSW, stellte die über 60-jährigen Erfahrungen der DSW im Bereich Anlegerschutz und Anlegeschulung vor und betonte, dass der beste Anlegerschutz darin zu sehen sei, Anleger in die Lage zu versetzen, selbständig Entscheidungen zu treffen.
Interessant ist, mit welchen Mittel die chinesische Regierung dieses Ziel erreichen will. So ist ein TV-Drama geplant, mit dem über die Risiken am Aktienmarkt aufgeklärt wird. In Deutschland reicht dafür ein aktueller Blick in die Tageszeitung. Wir wünschen den chinesischen Privatanlegern ein Happy-End – im Fernsehen und am Aktienmarkt.
Düsseldorf, im August 2009


