Die perfekte Risikoabsicherung gibt es nicht

Das neue Börsenjahr ist genauso verheißungsvoll gestartet wie das Alte endete. Die wirtschaftlichen Rahmendaten sehen auch für 2007 positiv aus, die Auftragsbücher vieler Unternehmen sind schon jetzt prall gefüllt, weitere Kurssteigerungen sind also zumindest sehr wahrscheinlich. Trotzdem kann es gerade in guten Börsenzeiten nicht schaden, über die Minimierung von Verlustrisiken nachzudenken. Im besten Falle geht es dabei ja um die Sicherung von Gewinnen. Die Wahl fällt in solchen Fällen in der Regel auf so genannte „Stop-Loss-Orders“. Hierbei legt der Anleger einen Kurs fest, bei dessen Unterschreiten die jeweiligen Aktien automatisch verkauft werden. Bei Händlern ist dies ein weit verbreitetes Arbeitsinstrument, um so die möglichen maximalen Verluste einer Anlageposition, das „value at risk“, zu begrenzen.

Manch ein Privatanleger, der sich dank der Stop-Loss-Orders in Sicherheit wiegt, erlebt allerdings eine böse Überraschung, wenn es tatsächlich zum Schwur kommt. Der Verkaufsauftrag wird dann nämlich „bestens“ ausgeführt, also zum jeweils aktuellen Preis. Bei sehr starken Schwankungen oder bei einem Kurssturz infolge schlechter Neuigkeiten, kann die Position also auch zu einem erheblich tieferen Kurs verkauft werden, als in der Stop-Loss-Order ursprünglich vereinbart wurde. Außerdem kann es zu einer Verstärkung des Abwärtstrends an der Börse kommen, die dann eine wahre Abwärtsspirale auslöst, wenn viele solch automatisierter Verkaufsaufträge für einen Wert vorliegen. Als eine mögliche Lösung bietet sich das so genannte „Stop Limit“ an. Darunter werden limitierte Stop-Loss-Aufträge verstanden. Die Aktien werden in diesem Fall zu einem vorher definierten Preis verkauft, wenn sie um einen festgelegten Prozentsatz gefallen sind. Der Schönheitsfehler dabei: Es gibt keine Ausführungsgarantie.

Ulrich Hocker