Das neue Gesicht der Finanzaufsicht

Was bleibt,  wenn die derzeitigen Wirren der Finanzkrise hoffentlich schon bald ein Ende finden und sich die Lage insgesamt beruhigt? Im besten Fall werden die vielen Statements und Forderungen der Politiker in realen Veränderungen im Finanzsystem münden.

Eine Erkenntnis, die hoffentlich zu Konsequenzen führt, ist die Tatsache, dass die Struktur der Finanzaufsicht dringend verändert werden muss. Es ist offensichtlich, dass nationale Behörden wie die BaFin mit Banken-Konzernen, die weltweit operieren, überfordert ist. Solche Großbanken unterhalten rund um den Globus Tochtergesellschaften, lagern Risiken auf diese Töchter aus und halten sie damit aus den Bilanzen.

Egal ob in den USA, Großbritannien, Asien oder bei uns: Die Aufsichtsbehörden sind zwar verschieden aufgebaut, sie haben aber die gleichen Probleme. Hier besteht Handlungsbedarf. Optimal wäre eine Weltfinanzaufsicht. Doch ein solches Vorhaben gegen die einzelstaatlichen Interessen durchzusetzen, ist kaum realistisch. Eher ist ein Zwischenschritt denkbar, etwa die Zusammenarbeit zwischen den Nationalbehörden viel enger zu gestalten, gemeinsame Ausschlüsse und Handlungsstrategien zu entwickeln. Arbeitsaufträge gibt es genug: So muss die Aufsicht viel schneller auf Innovationen an den Finanzmärkten reagieren können. Gleichzeitig muss ein Notfallplan her, mit dem auf den Zusammenbruch wichtiger Institute reagiert werden kann. So etwas – das zeigt die Lage – gibt es bisher nicht.

Ulrich Hocker